Unterricht

Allgemeines

Unserer Unterrichtsarbeit liegen die Stundentafeln und Lehrpläne verschiedener Schultypen Thüringens zugrunde: der Grundschule, der Lernförderschule und der Schule für individuelle Lebensbewältigung.
Jedes Kind soll möglichst genau die Förderung erhalten, die es benötigt, um erfolgreich lernen zu können. Der Bedarf an Förderung ist individuell verschieden, wie auch die Lernziele und -inhalte. Grundsätzlich arbeiten wir nach dem Prinzip der unterrichtsimmanenten Förderung, also durch Methoden der Differenzierung. Die Qualität unseres Unterrichtes ergibt sich außerdem aus der sinnvollen Mischung verschiedener Organisationsformen und methodischer Varianten:

  • Arbeit mit Wochenplänen (verschiedene Niveaustufen),
  • große Auswahl an Lernmaterialien (vorbereitete Lernumgebung nach Maria Montessori),
  • regelmäßiger Einsatz von Lernsoftware und Nutzung des Internets,
  • Frontalunterricht (z. B. Einführung in neue Stoffgebiete),
  • Förderunterricht,
  • Phasen selbstbestimmten Lernens.

Wochenplanarbeit in der Stammgruppe

Die Fächer Deutsch, Mathematik und Heimat-Sachkunde werden in der altersgemischten Stammgruppe unterrichtet. Jedes Kind arbeitet an seinen Wochenplänen. Diese sind auf das jeweilige Anforderungsniveau zugeschnitten. So ist die Differenzierung zwischen unterschiedlichen Jahrgängen und Lernausgangslagen gesichert. Die Methode ermöglicht die Integration von Kindern mit Förderbedarf, ohne dass diese überfordert werden. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass es kein „Sitzenbleiben“ im altbekannten Sinne gibt. Bei Verlängerung der Schuleingangsphase verbleiben die Kinder in ihrer vertrauten Gruppe und arbeiten mit differenzierten Wochenplänen zielgerichtet an ihren Problemfeldern. Auch sehr begabte Kinder haben es einfacher, wenn sie eine Klassenstufe überspringen möchten. Die Altersmischung hat den Vorteil, dass sie ein Lernen voneinander ermöglicht. Soziale Kompetenzen, wie z.B. gegenseitige Rücksichtnahme und Unterstützung, werden gefördert.

Kursunterricht

Ergänzend zum Stammgruppenunterricht gibt es den Kursunterricht (Lerngruppen nach Klassenstufen). Dazu findet in den Fächern Deutsch, HSK und Mathe je eine Stunde pro Woche statt (bei Bedarf auch mehr).

Es ist nicht immer effektiv, wenn der Unterrichtsstoff ausschließlich über Aufgaben im Wochenplan erarbeitet wird. Zum Beispiel ist es bei der Einführung in ein neues Stoffgebiet sinnvoll, frontal zu unterrichten. Auch Lernzielkontrollen schreiben sich besser in einer homogenen Lerngruppe.

Förderunterricht

Analog zum Kursunterricht für die Grundschüler gibt es für die Kinder mit Förderbedarf  Förderunterricht in der Kleingruppe. Ganz spezielle Inhalte, die den Rahmen des Stammgruppenunterrrichtes sprengen würden, können hier gemeinsam erarbeitet werden. Darunter fallen beispielsweise Übungen zur Wahrnehmung oder zur lebenspraktischen Erziehung. Ein Vorteil besteht zudem darin, dass die Kinder es sehr genießen, auch mal „unter sich“ zu sein.

Es findet wöchentlich für die Schüler des ersten, zweiten und dritten Jahrganges eine Förderstunde im Kurs statt. Zwischen verschiedenen Angeboten unterschiedlicher Anforderungsgrade wählen die Kinder Übungsaufgaben. Lernprogramme am PC als auch Materialien aus dem Freiarbeitsregal kommen regelmäßig zum Einsatz.

Werken, Kunst, Musik, Schulgarten

Diese Fächer werden in Halbgruppen mit der Altersmischung 1/2 bzw. 3/4 unterrichtet. Schulgartenunterricht findet ab dem 3. Schuljahr statt. In Klasse 1 und 2 werden im Rahmen des Heimat- und Sachkundeunterrichts teilweise Inhalte aus dem Lehrplan für Schulgarten vermittelt. Die Zuordnung der Förderkinder wird individuell entschieden. Der Unterricht erfolgt durch einen Fachlehrer. Unterstützend können Erzieher, FSJler und Schulbegleiter mit im Unterricht sein.

Sportunterricht und Schwimmen

Sportunterricht findet in der Stammgruppe mit Altersmischung 1-4 statt. Die Kinder der dritten Klasse gehen wöchentlich eine Stunde zum Schwimmen. Die Viertklässler haben eine zusätzliche Sportstunde in der altershomogenen Gruppe.

Englisch ab Klasse 1

Je zeitiger mit dem Lernen einer Fremdsprache begonnen wird desto besser. Aus der Wissenschaft und der täglichen Praxis wissen wir, dass gerade junge Kinder eine natürliche Neugier und Unbefangenheit gegenüber neuen Dingen zeigen – so auch der Sprache. Zudem ist das Innenohr eines Erstklässlers noch nicht vollkommen ausgereift. Bei einem guten Input, haben junge Lerner bessere Chancen, eine der Zielsprache nahe kommende Aussprache zu entwickeln. Deshalb werden häufig bereits im Kindergarten Englischkurse angeboten. Um ein lückenloses Lernen zu gewährleisten, findet der Fremdsprachenunterricht an unserer Schule ab Klasse 1 statt – anders als der im Lehrplan vorgesehene Unterricht ab Klasse 3. Zentrales Anliegen ist die Förderung der mündlichen Fertigkeiten, also das Hörverstehen und die Aussprache. So sind die Kinder auf die steigenden Anforderungen im Fremdsprachenunterricht der höheren Klassenstufen optimal vorbereitet.

Leistung und Leistungsermittlung

„Ich fordere dich, weil ich dich achte“ (Makarenko).

Wir sind bestrebt, dass jedes Kind so gefördert und gefordert wird, dass es sein Leistungspotential voll ausschöpft. Durch den stark individualisierten Unterricht kennen unsere Lehrer ihre Schüler sehr genau. Sie können Stärken und Schwächen eines jeden Kindes gut einschätzen und ihren Unterricht darauf abstimmen.

Zensuren können für einige Schüler eine gute Motivation darstellen, sie sind dafür aber nicht zwingend notwendig. Für Kinder, denen das Lernen schwerer fällt, können sie zu Frustration führen, für Kinder mit geistiger Behinderung sind sie ganz und gar unsinnig.

Guter Unterricht braucht keine Noten. Deshalb gibt es bei uns von Klasse 1 bis 3 keine Zensierung. Damit wir als Schule in der vierten Klasse Bildungsempfehlungen für das Gymnasium erteilen dürfen, haben wir uns für Zensuren ab Klasse 4 entschieden. Den Kindern wird somit die mühsame Prozedur von Eignungsprüfungen erspart und den Familien die Unsicherheit über Bildungswege genommen. Übrigens schaffen es jedes Jahr ca. 70-80 % unserer Grundschüler auf das Gymnasium.

Alle Kinder erhalten 2 mal pro Schuljahr ausführliche Lernstandsberichte. Das Halbjahres- und Endjahreszeugnis ist somit ein ausführlicher Lernentwicklungsbericht, der zu jedem Fach aussagt, welche Inhalte behandelt wurden, wo Stärken und Schwächen liegen. In der vierten Klassenstufe werden Zensuren erteilt.
Von der ersten Klasse an werden regelmäßig Lernzielkontrollen geschrieben, die durch die Vergabe von Punkten eine Rückmeldung darüber geben, wo das Kind „steht“. Zwei mal pro Schuljahr (bei Bedarf auch häufiger) gibt es einen Eltersprechtag, bei dem unter anderem Rückmeldungen über den Leistungsstand gegeben werden. Ab der dritten Klasse wird den Eltern eine Orientierung bezüglich des weiteren Bildungsweges gegeben.

Projekte

Projekte und projektorientierter Unterricht sind feste Bestandteile unserer Pädagogik. Projektorientiertes Arbeiten wird teilweise in den regulären Unterricht integriert, z.B. im Rahmen des Heimat-Sachkunde-Unterrichtes. Einige Male im Jahr lösen wir jedoch auch den allgemein gültigen Stundenplan auf (meist für eine Woche), um Zeit für ein bestimmtes Projekt zu haben. Folgende Projekte haben inzwischen den Status eines festen Rituals im Jahresplan:

Oft benötigen wir die Unterstützung der Eltern in diesen besonderen Wochen. Dazu hängen Helferlisten aus, in die man sich eintragen kann. So lassen sich die Projekte mit tollen Höhepunkten, wie z.B. dem Erntedank-Fest oder der Lesenacht mit Wahl des Lesekönigs, abschließen.

Hausaufgaben

Zweifelsohne sind Hausaufgaben wichtig. Hier muss man jedoch genauer hinschauen, welche Hausaufgaben sinnvoll sind und welche nicht. Hat ein Kind den Stoff schon im Unterricht nicht ohne Hilfe bewältigt, so wird es ihn kaum zu Hause schaffen. Andererseits benötigt ein Schüler, der alles fehlerfrei lösen kann, nicht zusätzliche Übungseinheiten. So ist auch hier differenziertes Vorgehen gefragt.
Da wir als Ganztagsschule 2 (mit Angeboten 4) lange Unterrichtstage in der Woche haben, sollen die Erst- und Zweitklässler nicht noch abends an Hausaufgaben sitzen. Die Unterrichtszeit, die mehr Stunden hat, als von der Stundentafel her vorgesehen, reicht in der Regel aus. Natürlich sind abendliche Lesezeiten und Kopfrechenspiele während langer Autofahrten erwünscht! Hat ein Kind z.B. durch Krankheit viel versäumt, werden mit den Eltern individuell Vereinbarungen getroffen.
Für die Dritt- und Viertklässler sieht es aber schon anders aus, denn sie müssen sich Schritt für Schritt daran gewöhnen, zu Hause fleißig zu sein. Hier stehen vor allem solche Aufgaben im Vordergrund, die der Vorbereitung auf Lernzielkontrollen dienen, Gedichte oder Liedtexte, die zu lernen sind und Ähnliches. Gerade, wenn der Wunsch besteht, ab der 5. Klasse ein Gymnasium zu besuchen, ist häuslicher Fleiß unerlässlich. Die wichtige Aufgabe der Eltern besteht darin, ihr Kind dabei nicht sich selbst zu überlassen, sondern tatkräftig Unterstützung zu geben.

Für alle Kinder gilt, dass Materialien, die für Projekte, Präsentationen etc. gebraucht werden, bei Bedarf von zu Hause mitgebracht werden müssen.